Banner Katholische Frauenbewegung
Ein Tag für mich
Benefizsuppenessen 2020
Diözesanleitung
Zuhörerinnen
 
 

Weihnachtspackerlaktion

Foto: Martina Bender

Alle Jahre wieder um den 1. Dezember wird es stressig im Materiallager der Katholischen Frauenbewegung (kfb) in der Klostergasse 15 in St. Pölten. Der Lokalaugenschein bestätigt es - das Lager quillt über von Packerl über Packerl, je nach Gruppe in Kartons gesammelt und dann immer im gleichen Geschenkpapier. Jetzt können die insgesamt 3.450 Geschenke an die verschiedensten Empfängerinnen und Empfänger hinausgehen, damit sie an Weihnachten auf dem Gabentisch landen.

An wen gehen all diese Geschenke? Und seit wann werden in der Diözese St. Pölten Weihnachtspackerl gesammelt? „Seit 1979 ermöglichen es kfb-Frauen Menschen, welche aus unterschiedlichsten Gründen an Weihnachten nicht bei ihren Familien sein können, ein Packerl zu erhalten“, erläutert Anna Rosenberger. Empfängerinnen und Empfänger sind verschiedenste Wohngruppen, aber auch Häftlinge der Justizanstalten Krems-Stein und St. Pölten. Also keine Feilen im Geschenkpaket? „Nein“, lacht Anna Rosenberger, „alle Geschenke werden, gemäß der strengen Auflagen, genau gleich gepackt“, und damit nicht aus Versehen irgendetwas Falsches ins Päckchen gelangt, machen die Frauen in der Diözesanstelle (und auch die empfangenden Institutionen) stichprobenartige Kontrollen. „Aber wir können uns auf unsere Packerlmacherinnen verlassen“, schmunzelt sie.

Hunderte kfb-Frauen arbeiten mit

Die packenden Christkindl – das sind hunderte kfb-Frauen in der ganzen Diözese, welche im Verlauf des Novembers an Nachmittagen und Abenden zusammensitzen und nach Möglichkeit einpacken: 1 Tafel Schokolade, 1 Packung Schnitten (oder selbstgebackene Kekse), 5 Säckchen fertiger Cappuccino und eine kleine Grußkarte. Alkohol, Zigaretten, Glas, Kerzen oder verderbliche Wurstwaren sind tabu, Geld ebenfalls.

Bemerkenswert ist, dass manche Frauen gar nicht wissen wollen, wohin ihre Packerl gehen - etwa in Justizanstalten. Vielleicht deswegen, weil weltweit Frauen Opfer von männlicher Gewalt werden. Trotzdem und Gott sei Dank sind es immer wieder Frauen, die die Aufforderung Jesu „was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“ ernst nehmen und in Taten umsetzten: in 1700 liebevoll verpackte Weihnachtsgeschenke.

Dann kommen manchmal so berührende Briefe zurück wie der eines Häftlings in der Justizanstalt Krems-Stein, welcher dankbar schreibt: "Für viele hier ist ein Paket von euch einziges Zeichen dafür, dass jemand an sie denkt. Nicht jeder hat das Glück, dass seine Familie noch hinter ihm steht.“

Vertreterinnen der kfb sind auch regelmäßig dabei, wenn der Weihnachtsgottesdienst in Krems-Stein gefeiert wird. „Der aufbrausende Applaus, den die Häftlinge zum Dank für die Packerl spenden, lässt niemanden kalt“, so kfb-Diözesanvorsitzende Anna Rosenberger.

Übrigens wird trotz lebhaften Interesses auch weiterhin nach Unterstützerinnen und Unterstützern für die Aktion gesucht. Dabei muss man gar nicht selber packen - Hilfe ist auch in Form von Geld- und Sachspenden wie Verpackungsmaterial oder „Packerlinhalt“ möglich.

Martina Bender, Kommunikationsreferat der Diözese St. Pölten